Techniken zur Farbauswahl für Skizzieren im Freien und kreatives Arbeiten
Ich habe Menschen, die draußen draußen zeichnen gehen, schon immer bewundert. Sie müssen nicht nur mit den Unannehmlichkeiten der Umgebung umgehen, sondern auch mit den Blicken der Passanten. Deshalb zeichne ich nur selten draußen. Aber dieses Jahr wollte ich mich unbedingt daran gewöhnen. Also habe ich gelegentlich damit angefangen, und zu meiner Überraschung habe ich mich schon beim dritten Versuch daran gewöhnt.
Früher habe ich vor dem Rausgehen immer ewig darüber nachgedacht, welche Farben ich mitnehmen soll. Aber nach all dem Grübeln musste ich feststellen, dass es beim Zeichnen schwer war, sie harmonisch zusammenzubringen. Später habe ich einen nützlichen Trick für die Farbauswahl entdeckt. Nachdem ich ihn ausprobiert hatte, merkte ich, dass er wirklich funktioniert! Plötzlich fühlte sich mein Kopf so viel leichter an. XD
Der Trick: Farben nach Hell- und Dunkelwerten auswählen. Wenn die Komposition von Licht und Schatten eine so wichtige Rolle für die Wirkung einer Zeichnung spielt, führt die Farbauswahl nach ihren Tonwerten vielleicht ganz natürlich zu guten Kombinationen, oder?
Nimm zum Beispiel Farbstifte. Wie sortierst du deine normalerweise? Nach Farbgruppen? So habe ich es am Anfang gemacht. Später, als ich die Anzahl der Behälter reduzieren wollte, habe ich Komplementärfarben zusammengefasst. Jetzt organisiere ich sie nach Tonwert und Sättigung in drei Behältern: hell/leuchtend, gesättigt und dunkel/schwer. Mit diesem System ist die Farbauswahl so einfach wie das Greifen eines Stiftes aus jedem Behälter — egal ob zufällig oder gezielt — und die Kombinationen funktionieren wunderbar! Auch verschiedene Medien können im selben Behälter gemischt werden. (Vorsicht bei Dual-Tip-Markern/Brush Pens — wenn man sie aufrecht lagert, kann manchmal eine Spitze austrocknen. Ich mache das nur, weil ich die feinere Spitze meistens nicht benutze.)


Wenn du deine Farben bewusster auswählst, empfehle ich dir, dich darauf zu besinnen, was du ausdrücken möchtest. Entscheide zuerst, was du vermitteln willst, und wähle dann dementsprechend einen Stift aus jedem Behälter. Auf Reisen kannst du die Farben passend zur Jahreszeit, zur Atmosphäre der Stadt oder zu den dort am häufigsten vorkommenden Farben auswählen. Wenn ein Stift aus jedem Behälter nicht reicht, kannst du auch zwei aus jedem nehmen. Für einen kräftigeren Effekt greifst du zu mehr Stiften aus dem Behälter für gesättigte Farben. Für eine düsterere Stimmung wählst du eher aus dem dunklen/schweren Behälter. Für ein leichtes, luftiges Gefühl nimmst du mehr aus dem hellen/leuchtenden Behälter.
Wenn du mit Medien arbeitest, die keine Einzelstifte sind — wie Aquarell oder Gouache —, gilt meiner Meinung nach dieselbe Methode. Du kannst die Farben zuerst konzeptionell aus den drei Kategorien auswählen und die Farben dann entsprechend anmischen. Dieser Farbauswahl-Trick kann dir auch dabei helfen, deine Farbpalette bewusst einzuschränken.

Das Lustige ist: Wenn ich zurückblicke, frage ich mich, warum ich mir immer wieder so überlaufene Orte ausgesucht habe XD. Kein Wunder, dass es immer so schwer war, den Mut aufzubringen, Stift und Skizzenbuch überhaupt wieder rauszuholen. Das erste Mal war in einem Wald. Ich dachte, dort wären nicht viele Leute, aber plötzlich kamen eine Mutter und ihr Kind vorbei. Sie meinten: „Was für eine tolle Idee! Nächstes Mal bringen wir auch Malsachen mit und zeichnen im Wald.“ Dann nahm die Mutter ihr Kind auf den Arm und starrte mir einfach beim Zeichnen zu. Der Druck war riesig — ich fühlte mich wie erstarrt, konnte mich vor lauter Anspannung weder bewegen noch zeichnen und dachte nur: „Bitte geht einfach weg.“
Beim zweiten Mal habe ich mir ein Flussufer ausgesucht, wo ständig Leute hin- und hergingen. Ein Kind kam mir so nahe, dass es mich fast berührte, und starrte ganz gebannt auf meine Zeichnung, was ebenfalls eine unangenehme Erfahrung war. Beim dritten Mal saß ich überraschenderweise an einer Straßenecke. Obwohl das wie eine unsichere Stelle aussah, war es eigentlich der sicherste Ort, weil alle im Vorbeigehen einfach geradeaus schauten und die Person nahe am Eingang ignorierten. Dieses Mal schaffte ich es endlich, mich vollkommen aufs Skizzieren zu konzentrieren, sodass ich nicht einmal bemerkte, wer mir zuschaute!

Ich habe die drei Farben vor dem Rausgehen bewusst ausgewählt. Mein Konzept ist es, den Beginn des Herbstes einzufangen, wenn sich die Farben der Natur wie durch Zauberhand verändern.
Mia
(Der Originalbeitrag. Übersetzt von Gemini)
